Dictionary

Preisausschreiben - Grimms Märchen in Kasseler Mundart

Für das aktuelle große Preisausschreiben der Brüder Grimm-Gesellschaft und des Brüder Grimm Museums bin ich seit langem mal wieder literarisch tätig geworden: Das in Kasseler Dialekt verfasste Märchen "De Schdernedahler", das wir als Beispiel an die Preisausschreibung anfügten, stammt von mir. :-) Hier nun die vollständige Pressemitteilung inklusive des Beispieltextes:

Die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. veranstaltet für das Jahr 2014 aus Anlaß des zweihundertsten Jubiläums des zweiten Bandes der Grimmschen Märchensammlung (auf dem Titelblatt steht zwar „1815“, erschienen ist der Band jedoch schon im Jahr zuvor) mit den wichtigen Beiträgen der „Zwehrener Märchenfrau“ Dorothea Viehmann ein großes Preisausschreiben.

Ein bekanntes oder weniger bekanntes Märchen soll dabei in die Kasseler Mundart übertragen werden, wobei der Einsatz des digitalen Wörterbuchs auf www.nordhessisch.de natürlich erlaubt ist. Die besten Beiträge werden prämiert und in einem Sammelband auch gedruckt. Einsendungen werden bis zum 1. Oktober 2014 erbeten an die Geschäftsstelle der Brüder Grimm-Gesellschaft im Brüder Grimm-Museum, Brüder Grimm-Platz 4, 34117 Kassel. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Vergnügen beim Lesen unseres Beispielmärchens "Sterntaler".

De Schdernedahler

Es war emoh en klemberkleines Mäderchen, dem woren Vadder un Modder geschdorwen, un äß wor so arm, das äß kinne Stitz mehr hodde emme dohdrinne ze wohnen un kinne Spanne mehr emme dohdrinne ze schlofen un derrletzte gar nix mehr als de Klehdahsche uffm Liewe un en Stecke Bleweknistchen inne Pohde, das emme en middleidiges Herz geschenked hodde. Äß war aber guhd un fromm. Un weil äß so vun aller Weld verlassen war gungk äß im Verdruen uffn liewen Godd nus uffs Feld. Doh draf äß uff en armen Kerle, un hä schbrooch „Ach, diesde meh wos ze schnawelieren gewen, ich honn so ´nen Gramfahmen.“ Doh reichde äß emme das ganse Stecke Brod un schbrooch: „Godd segnes däh.“ und gungk widder. Doh kom en Wanst das quärrte und schbrooch: „Es rasbelt mäh so an minnem Kobbe, schenk mäh was, das ich mäh emmeduhn kann.“ Doh dahd äß sinne Spitzbetzel ab un gabb se emme. Un als äß no allszus schnurschdracks widder gegangen war, kohm en Wanst un hodde kinn Libbchen emmegedahn und rasbelte. Doh gabb äß emme sinns: un noch widder, doh frogte en Wanst um en Klefdchen, das gabb äß au vun sich hinne. Derrletzt kimmete äß in enen Wald, un es war schon dunggel, doh kom en Wanst un frogte noh en Hemmed un das fromme Mäderchen simmelierte „es is dunggle Nachd, doh schelcht dä kinner, dä konnste ruhich dinn Hemmed weggewen“ und zoch das Hemmed ab und gab es au no hinne. Un wie äß so stand un gar nix mehr hodde, bludschden uff eimo die Schderne vom Himmel, un waren ludder blanke Dahler: un ob äß glei au sin Hemmed weg gegewen hodde, so hodde äß en neies emmegedahn un das war vum allerfinnsten Linnen. Doh sammelde äß de Dahler ninn un war richche vor sinn Lewedahch.

(c) Daniel Stein 2014

Digitales Wörterbuch der Kasseler Mundart vorgestellt

Am 18. Dezember habe ich im Brüder Grimm-Museum Kassel im Magistratssaal des historischen Palais Bellevue das offizielle Kassel-1100 Jubiläumsprojekt "Digitales Wörterbuch der Kasseler Mundart" vorgestellt. Die Seite selbst ist seit dem 6. Dezember online. Das Medienecho und die Reaktionen vor Ort waren jeweils sehr gut, inklusive eines Auftritts meinerseits in der Hessenschau in dem ich durch das von mir entdeckte Originalmanuskript von Paul Heidelbach blättere und der mit einem Lied des von mir verehrten Dark Vatter eröffnet wird.

Digitales Wörterbuch der Kasseler Mundart

Im Rahmen der 1100 Jahr-Feier der Stadt Kassel digitalisieren wir, mein Kollege Daniel Jettka und ich, das "Wörterbuch der Kasseler Mundart“ von August Grassow, um es über ein Webangebot der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Wörterbuch wird voraussichtlich ab Dezember 2013 verfügbar sein.

Die Projektvorstellung auf Kassel 1100: Digitales Wörterbuch der Kasseler Mundart

Die Projektwebseite:
Nordhessisch bzw. DWKM

Explanatory Combinatorial Dictionary of Italian

Wenn ich es richtig verstehe, handelt es sich hierbei um ein Erklärend-Kombinatorisches Wörterbuch nach MelCuk:

Words are never used in isolation but in combination and not with any word but only with certain specific words. To use a language properly the appropriate combinations must be used. In Italian a piece of bread is a tozzo di pane, but is that the case for meat? Is a tozzo di carne an appropriate combination? If you want to make an appointment with somebody you should not say (as in English) fare un appuntamento but fissare un appuntamento. An Italian affronta una discussione (enters or tackles a discussion), but is it possible for him to say affrontare un’obiezione (to enter or tackle an objection)? Yes it is, as this dictionary shows. So every language has its own preferences in word combinations, misleading non-native speaker into making mistakes influenced by their own language.

Via John Benjamins