Kassel

The Parthenon of Books

parthenon of books

The documenta 14, the most important exhibition of contemporary art in the world, is taking place in Kassel again (every 5 years). The most prominent piece of art is the Parthenon Of Books by Marta Minujín (Argentina), located on the central Friedrichsplatz, the largest sqaure in Kassel. The Parthenon of Books is a huge scaffold installation with the dimensions and appearance of the Parthenon in Athena, Greece, one of the central symbols of democracy. It is covered by foiled-up books. The books have been donated by publishing companies and by citizens, so everybody can be part of this art installation. The books have one thing in common: they are or have been prohibited somewhere. There is a handy short list and a not so handy more complete list of prohibited books that has been compiled by the students of the department of German philological studies of the Universität Kassel. I donated more or less 15 books including my beautiful edition of "Don Quijote" that I bought back in 2003 in Quito / Ecuador at the book fair in the El Ejido park, as I have a very similar one that was a birthday gift from my friends from my Erasmus semester in Palma / Spain. Nevertheless this was a donation that was not easy for me as I in general don't like to give away books. But I feel quite satisfied to see my beloved Don Quijote on a very prominet position at eye level at one of the central pillar at the outside when coming from south. When documenta is ended in some days, the books shall be given as gifts for the visitors. Standing inside of the Parthenon has its own thrill: The installation is huge and impressive, the idea all those books, pages, paragraphs, sentences, words and thoughts have been prohibited by a government is oppresive. Its location, the Friedrichsplatz, has its own story to tell: When the Nazis were burning books in Germany, in Kassel they did it right here. In the palace located at the Friedrichsplatz which is today known as Museum Fridericianum was a huge library once, but it lost all its books to the fires that destroyed large parts of Kassel after the allied bombing in 1943. And Jacob Grimm, the elder of the two famous Brothers Grimm worked in this very library for the censorship administration of King Jérôme Bonaparte, the brother of Napoelon Bonaparte. So, in many ways, the Parthenon of Book gives visitors a lot of good reasons to contemplate about censorship

Grimms Märchen auf Nordhessisch

Cover of Grimms Märchen auf Nordhessisch

English below
 

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Ich bin Mitherausgeber des Buchs "Grimms Märchen auf Nordhessisch". Der Sammelband präsentiert erstmalig eine Auswahl von Grimms Märchen, von verschiedenen Autoren aus der Region in Mundarten aus Kassel und Nordhessen übertragen. Darunter zum Beispiel "Die Bremer Stadtmusikanten" übersetzt von dem allseits geschätzten Dark Vatter oder auch "Die Sterntaler" aus meiner Feder.

Wir stellen das hübsche Hardcover-Buch am kommenden Mittwoch, den 9.8., um 19 Uhr am Brüder Grimm Platz 4 in den Räumen der Brüder Grimm-Gesellschaft vor. Dazu möchte ich Euch herzlich einladen. Wer nicht kommen kann, kann sein Exemplar gerne jetzt schon im Shop der Brüder Grimm-Gesellschaft vorbestellen.

English

On Wednesday, 09-08-2017, at 7 pm we will present our new book "Fairy Tales of the Brothers Grimm in the Dialect of Northern Hessia" in the premises of the Association of the Brothers Grimm in Kassel, Germany. Although the Brothers Grimm lived most of their live in Kassel and collected the fairy tales while living here, there was never a collection of the fairy tales in the regional dialect before. One of the authors/translators is the well known dialect rock singer Dark Vatter (Bremen Town Musicians), I by myself wrote a translation aswell (The Star Talers). In case you are in town - at least there is still the documenta 14 going on, you are kindly invited to join us. If you cannot make it but are interested, here is the link to the shop of the Association of the Brothers Grimm.

New: Grimmwelt in Kassel

As a successor of the former Museum of the Brothers Grimm in the Palais Bellevue (which was co-hosted by the Association of the Brothers Grimm), the new Kassel based exhibition house called "Grimmwelt" ("World of Grimm") has opened its gates last week. For myself, I feel a bit sad for the classical museum which was one of the most beautiful museums of literature I was aware of and which I was allowed to work for as a student. But on the other hand, I am glad that the city of Kassel, after a dormant phase reminding on the fairy tale of Sleeping Beauty ("Dornröschenschlaf"), awoke to pay highest tribute to the world famous former inhabitants Jacob Grimm and Wilhelm Grimm. I haven't had the time to visit the exhibition yet  but I certainly do like the walk-on-able building and the way it is embedded in the Kassel Weinberg area.
 

Brüder Grimm-Museum Kassel schließt

Brüder Grimm-Museum im Palais Bellevue

Am Abend des 31. Oktobers schlossen sich die Türen des Kasseler Brüder Grimm-Museums zum letzten Mal. Nun sollen die Exponate des Grimm-Museums gesichtet, aufbereitet und teilweise in die auf dem Weinberg neu errichtete Grimmwelt überführt werden. Nach acht grimmlosen Monaten soll dann im Sommer 2015 die Grimmwelt die Nachfolge antreten.

Ich finde es schade, dass das Brüder Grimm-Museum schließt, denn ich habe mich immer sehr gerne dort aufgehalten: Durch meinen ersten Studentenjob war ich als Museumsaufsicht quasi Teil des Inventars und habe nebenher auch ein wissenschaftliches Interesse an Leben und Wirken der Brüder Grimm entwickelt. Nun bin ich schon seit Jahren Mitglied der Brüder Grimm-Gesellschaft und seit dem 18.10. dieses Jahres Mitglied des wissenschaftlichen Rates der BGG. Im April eröffneten Ute Lilly Mohnberg und ich sogar eine eigene kleine Kabinettausstellung namens "Die Wörtersammler" zur Geschichte der deutschsprachigen Lexikographie.

Daher hätte ich mir auch eine Lösung gewünscht, in der das Grimm-Museum im Palais Bellevue weiterbesteht und durch die Grimmwelt auf dem Weinberg ergänzt wird. Diese soll nun also beides sein: Museum und Erlebniswelt. Ich wünsche ihr, den Verantwortlichen dahinter und dem Thema Grimm in Kassel natürlich alles Gute - aber mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Pressespiegel:
Deutsche Welle: Brüder Grimm-Museum schließt bis 2015
Focus: Museen: Brüder Grimm-Museum schließt - neue Grimmwelt kommt
Welt: Neue Grimmwelt ab Mitte 2015
art: Grimm-Museum Kassel schließt

Preisausschreiben - Grimms Märchen in Kasseler Mundart

Für das aktuelle große Preisausschreiben der Brüder Grimm-Gesellschaft und des Brüder Grimm Museums bin ich seit langem mal wieder literarisch tätig geworden: Das in Kasseler Dialekt verfasste Märchen "De Schdernedahler", das wir als Beispiel an die Preisausschreibung anfügten, stammt von mir. :-) Hier nun die vollständige Pressemitteilung inklusive des Beispieltextes:

Die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. veranstaltet für das Jahr 2014 aus Anlaß des zweihundertsten Jubiläums des zweiten Bandes der Grimmschen Märchensammlung (auf dem Titelblatt steht zwar „1815“, erschienen ist der Band jedoch schon im Jahr zuvor) mit den wichtigen Beiträgen der „Zwehrener Märchenfrau“ Dorothea Viehmann ein großes Preisausschreiben.

Ein bekanntes oder weniger bekanntes Märchen soll dabei in die Kasseler Mundart übertragen werden, wobei der Einsatz des digitalen Wörterbuchs auf www.nordhessisch.de natürlich erlaubt ist. Die besten Beiträge werden prämiert und in einem Sammelband auch gedruckt. Einsendungen werden bis zum 1. Oktober 2014 erbeten an die Geschäftsstelle der Brüder Grimm-Gesellschaft im Brüder Grimm-Museum, Brüder Grimm-Platz 4, 34117 Kassel. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Vergnügen beim Lesen unseres Beispielmärchens "Sterntaler".

De Schdernedahler

Es war emoh en klemberkleines Mäderchen, dem woren Vadder un Modder geschdorwen, un äß wor so arm, das äß kinne Stitz mehr hodde emme dohdrinne ze wohnen un kinne Spanne mehr emme dohdrinne ze schlofen un derrletzte gar nix mehr als de Klehdahsche uffm Liewe un en Stecke Bleweknistchen inne Pohde, das emme en middleidiges Herz geschenked hodde. Äß war aber guhd un fromm. Un weil äß so vun aller Weld verlassen war gungk äß im Verdruen uffn liewen Godd nus uffs Feld. Doh draf äß uff en armen Kerle, un hä schbrooch „Ach, diesde meh wos ze schnawelieren gewen, ich honn so ´nen Gramfahmen.“ Doh reichde äß emme das ganse Stecke Brod un schbrooch: „Godd segnes däh.“ und gungk widder. Doh kom en Wanst das quärrte und schbrooch: „Es rasbelt mäh so an minnem Kobbe, schenk mäh was, das ich mäh emmeduhn kann.“ Doh dahd äß sinne Spitzbetzel ab un gabb se emme. Un als äß no allszus schnurschdracks widder gegangen war, kohm en Wanst un hodde kinn Libbchen emmegedahn und rasbelte. Doh gabb äß emme sinns: un noch widder, doh frogte en Wanst um en Klefdchen, das gabb äß au vun sich hinne. Derrletzt kimmete äß in enen Wald, un es war schon dunggel, doh kom en Wanst un frogte noh en Hemmed un das fromme Mäderchen simmelierte „es is dunggle Nachd, doh schelcht dä kinner, dä konnste ruhich dinn Hemmed weggewen“ und zoch das Hemmed ab und gab es au no hinne. Un wie äß so stand un gar nix mehr hodde, bludschden uff eimo die Schderne vom Himmel, un waren ludder blanke Dahler: un ob äß glei au sin Hemmed weg gegewen hodde, so hodde äß en neies emmegedahn un das war vum allerfinnsten Linnen. Doh sammelde äß de Dahler ninn un war richche vor sinn Lewedahch.

(c) Daniel Stein 2014

Digitales Wörterbuch der Kasseler Mundart

Im Rahmen der 1100 Jahr-Feier der Stadt Kassel digitalisieren wir, mein Kollege Daniel Jettka und ich, das "Wörterbuch der Kasseler Mundart“ von August Grassow, um es über ein Webangebot der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Wörterbuch wird voraussichtlich ab Dezember 2013 verfügbar sein.

Die Projektvorstellung auf Kassel 1100: Digitales Wörterbuch der Kasseler Mundart

Die Projektwebseite:
Nordhessisch bzw. DWKM