Dialect

Grimms Märchen auf Nordhessisch

Cover of Grimms Märchen auf Nordhessisch

English below
 

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Ich bin Mitherausgeber des Buchs "Grimms Märchen auf Nordhessisch". Der Sammelband präsentiert erstmalig eine Auswahl von Grimms Märchen, von verschiedenen Autoren aus der Region in Mundarten aus Kassel und Nordhessen übertragen. Darunter zum Beispiel "Die Bremer Stadtmusikanten" übersetzt von dem allseits geschätzten Dark Vatter oder auch "Die Sterntaler" aus meiner Feder.

Wir stellen das hübsche Hardcover-Buch am kommenden Mittwoch, den 9.8., um 19 Uhr am Brüder Grimm Platz 4 in den Räumen der Brüder Grimm-Gesellschaft vor. Dazu möchte ich Euch herzlich einladen. Wer nicht kommen kann, kann sein Exemplar gerne jetzt schon im Shop der Brüder Grimm-Gesellschaft vorbestellen.

English

On Wednesday, 09-08-2017, at 7 pm we will present our new book "Fairy Tales of the Brothers Grimm in the Dialect of Northern Hessia" in the premises of the Association of the Brothers Grimm in Kassel, Germany. Although the Brothers Grimm lived most of their live in Kassel and collected the fairy tales while living here, there was never a collection of the fairy tales in the regional dialect before. One of the authors/translators is the well known dialect rock singer Dark Vatter (Bremen Town Musicians), I by myself wrote a translation aswell (The Star Talers). In case you are in town - at least there is still the documenta 14 going on, you are kindly invited to join us. If you cannot make it but are interested, here is the link to the shop of the Association of the Brothers Grimm.

Dialect speaking devices

It was the other day when I was thinking about dialect understanding and speaking devices. Well, here it is:

Scientists in Vienna, Austria have created a speech synthesizer which delivers dialects. It also provides an on-screen Avatar that shows lip and facial movements.

Hackread: Next big thing: your phone will speak your dialect with Austrian speech synthesis

Preisausschreiben - Grimms Märchen in Kasseler Mundart

Für das aktuelle große Preisausschreiben der Brüder Grimm-Gesellschaft und des Brüder Grimm Museums bin ich seit langem mal wieder literarisch tätig geworden: Das in Kasseler Dialekt verfasste Märchen "De Schdernedahler", das wir als Beispiel an die Preisausschreibung anfügten, stammt von mir. :-) Hier nun die vollständige Pressemitteilung inklusive des Beispieltextes:

Die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. veranstaltet für das Jahr 2014 aus Anlaß des zweihundertsten Jubiläums des zweiten Bandes der Grimmschen Märchensammlung (auf dem Titelblatt steht zwar „1815“, erschienen ist der Band jedoch schon im Jahr zuvor) mit den wichtigen Beiträgen der „Zwehrener Märchenfrau“ Dorothea Viehmann ein großes Preisausschreiben.

Ein bekanntes oder weniger bekanntes Märchen soll dabei in die Kasseler Mundart übertragen werden, wobei der Einsatz des digitalen Wörterbuchs auf www.nordhessisch.de natürlich erlaubt ist. Die besten Beiträge werden prämiert und in einem Sammelband auch gedruckt. Einsendungen werden bis zum 1. Oktober 2014 erbeten an die Geschäftsstelle der Brüder Grimm-Gesellschaft im Brüder Grimm-Museum, Brüder Grimm-Platz 4, 34117 Kassel. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Vergnügen beim Lesen unseres Beispielmärchens "Sterntaler".

De Schdernedahler

Es war emoh en klemberkleines Mäderchen, dem woren Vadder un Modder geschdorwen, un äß wor so arm, das äß kinne Stitz mehr hodde emme dohdrinne ze wohnen un kinne Spanne mehr emme dohdrinne ze schlofen un derrletzte gar nix mehr als de Klehdahsche uffm Liewe un en Stecke Bleweknistchen inne Pohde, das emme en middleidiges Herz geschenked hodde. Äß war aber guhd un fromm. Un weil äß so vun aller Weld verlassen war gungk äß im Verdruen uffn liewen Godd nus uffs Feld. Doh draf äß uff en armen Kerle, un hä schbrooch „Ach, diesde meh wos ze schnawelieren gewen, ich honn so ´nen Gramfahmen.“ Doh reichde äß emme das ganse Stecke Brod un schbrooch: „Godd segnes däh.“ und gungk widder. Doh kom en Wanst das quärrte und schbrooch: „Es rasbelt mäh so an minnem Kobbe, schenk mäh was, das ich mäh emmeduhn kann.“ Doh dahd äß sinne Spitzbetzel ab un gabb se emme. Un als äß no allszus schnurschdracks widder gegangen war, kohm en Wanst un hodde kinn Libbchen emmegedahn und rasbelte. Doh gabb äß emme sinns: un noch widder, doh frogte en Wanst um en Klefdchen, das gabb äß au vun sich hinne. Derrletzt kimmete äß in enen Wald, un es war schon dunggel, doh kom en Wanst un frogte noh en Hemmed un das fromme Mäderchen simmelierte „es is dunggle Nachd, doh schelcht dä kinner, dä konnste ruhich dinn Hemmed weggewen“ und zoch das Hemmed ab und gab es au no hinne. Un wie äß so stand un gar nix mehr hodde, bludschden uff eimo die Schderne vom Himmel, un waren ludder blanke Dahler: un ob äß glei au sin Hemmed weg gegewen hodde, so hodde äß en neies emmegedahn un das war vum allerfinnsten Linnen. Doh sammelde äß de Dahler ninn un war richche vor sinn Lewedahch.

(c) Daniel Stein 2014

Artikel: Mundart im Netz

Kürzlich erschien übrigens die neuste Ausgabe (Sechstes Heft, Frühjahr 2014) des Brüder Grimm-Journals. Diesmal mit einem Artikel von mir zum Digitalen Wörterbuch der Kasseler Mundart mit dem Titel "Mä honn's, mä kunn's - Mundart im Netz" auf den Seiten 32-33. Neben einem Abriss über die Geschichte des Wörterbuchs der Kasseler Mundart von August Grassow und Paul Heidelbach gibt es natürlich einen Fokus auf die Brüder Grimm und ihre Beschäftigung mit den nordhessischen Mundarten:

Beim Wörterbuch der Kasseler Mundart handelt es sich also nicht nur um ein (historisches) Dialektwörterbuch und damit um ein Stück Kasseler Kulturgeschichte und einen Teil des kulturellen Gedächtnisses der Stadt – sondern auch um eine Zeitzeugenbeschreibung aus dem Alltag im Kassel der Brüder Grimm und ihrer Märchenbeiträger aus den 20er bis 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Brüder Grimm verlebten – so steht es in Jacob Grimms „Selbstbiographie“ – bekanntlich die "ruhigste, arbeitsamste und vielleicht auch die fruchtbarste Zeit“ in Kassel. Dabei kamen sie natürlich auch mit dem Kasseler Dialekt in Berührung, obwohl beide – nach dem Zeugnis von Zeitgenossen – ziemlich deutlich mit dem südhessischen Akzent der Main- und Kinziggegend sprachen.

Insbesondere möchte ich auf ein Preisausschreiben hinweisen, dass im Umfeld des Artikels angekündigt wird:

Die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. veranstaltet für das Jahr 2014 aus Anlass des zweihundertsten Jubiläums des zweiten Bandes der Grimmschen Märchensammlung (Titelaufdruck allerdings „1815“) mit den wichtigen Beiträgen der „Zwehrener Märchenfrau“ Dorothea Viehmann ein großes Preisausschreiben. Ein bekanntes oder weniger bekanntes Märchen soll dabei in die Kasseler Mundart übertragen werden, der Einsatz des digitalen Wörterbuchs der Kasseler Mundart auf www.nordhessisch.de ist natürlich erlaubt. Die besten Beiträge werden prämiert und natürlich in einem Sammelband auch gedruckt. Einsendungen werden bis zum 1. Oktober 2014 erbeten an die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V., Brüder Grimm-Platz 4, 34117 Kassel. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Präsentation SASS Plattdeutsche Online-Grammatik

Am 19. Februar ist die digitale SASS Plattdeutsche Grammatik offiziell vom Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein vorgestellt worden:

Für Ministerpräsident Torsten Albig und die Niederdeutschbeauftragte Renate Schnack ist die Sprachenvielfalt Schleswig-Holsteins bundesweit einmalig und eine Bereicherung für das ganze Land. Bei der Freischaltung der Online-Ausgabe der niederdeutschen Sass-Grammatik würdigte der Regierungschef heute (19. Februar) die kulturelle Bedeutung der Regionalsprache: "Neben dem Hochdeutschen und den Minderheitensprachen Dänisch, Friesisch und Romanes gibt die plattdeutsche Sprache unserem Land einen unverwechselbaren kulturellen Reichtum, den wir pflegen und nutzen wollen", sagte Albig.

Die Pressemitteiltung der Staatskanzlei Schleswig-Holstein

Die SASS-Grammatik ist von Heinrich Thies, Mitautor des plattdeutschen Wörterbuchs "der neue SASS", erstellt worden und wird von der Fehrs-Gilde herausgegeben. Die Buchausgabe ist vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, die Netzausgabe vom Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein und Gustav Franzen gefördert und in der Edition Fehrs-Gilde im Wachholtz Verlag verlegt worden. Die Landesregierung hatte das Projekt finanziell unterstützt; bei der Umsetzung war ich neben Daniel Jettka und Timm Lehmberg über hzsk Services beteiligt.

Digitales Wörterbuch der Kasseler Mundart vorgestellt

Am 18. Dezember habe ich im Brüder Grimm-Museum Kassel im Magistratssaal des historischen Palais Bellevue das offizielle Kassel-1100 Jubiläumsprojekt "Digitales Wörterbuch der Kasseler Mundart" vorgestellt. Die Seite selbst ist seit dem 6. Dezember online. Das Medienecho und die Reaktionen vor Ort waren jeweils sehr gut, inklusive eines Auftritts meinerseits in der Hessenschau in dem ich durch das von mir entdeckte Originalmanuskript von Paul Heidelbach blättere und der mit einem Lied des von mir verehrten Dark Vatter eröffnet wird.