Fairy Tales

Grimms Märchen auf Nordhessisch

Cover of Grimms Märchen auf Nordhessisch

English below
 

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Ich bin Mitherausgeber des Buchs "Grimms Märchen auf Nordhessisch". Der Sammelband präsentiert erstmalig eine Auswahl von Grimms Märchen, von verschiedenen Autoren aus der Region in Mundarten aus Kassel und Nordhessen übertragen. Darunter zum Beispiel "Die Bremer Stadtmusikanten" übersetzt von dem allseits geschätzten Dark Vatter oder auch "Die Sterntaler" aus meiner Feder.

Wir stellen das hübsche Hardcover-Buch am kommenden Mittwoch, den 9.8., um 19 Uhr am Brüder Grimm Platz 4 in den Räumen der Brüder Grimm-Gesellschaft vor. Dazu möchte ich Euch herzlich einladen. Wer nicht kommen kann, kann sein Exemplar gerne jetzt schon im Shop der Brüder Grimm-Gesellschaft vorbestellen.

English

On Wednesday, 09-08-2017, at 7 pm we will present our new book "Fairy Tales of the Brothers Grimm in the Dialect of Northern Hessia" in the premises of the Association of the Brothers Grimm in Kassel, Germany. Although the Brothers Grimm lived most of their live in Kassel and collected the fairy tales while living here, there was never a collection of the fairy tales in the regional dialect before. One of the authors/translators is the well known dialect rock singer Dark Vatter (Bremen Town Musicians), I by myself wrote a translation aswell (The Star Talers). In case you are in town - at least there is still the documenta 14 going on, you are kindly invited to join us. If you cannot make it but are interested, here is the link to the shop of the Association of the Brothers Grimm.

Preisausschreiben - Grimms Märchen in Kasseler Mundart

Für das aktuelle große Preisausschreiben der Brüder Grimm-Gesellschaft und des Brüder Grimm Museums bin ich seit langem mal wieder literarisch tätig geworden: Das in Kasseler Dialekt verfasste Märchen "De Schdernedahler", das wir als Beispiel an die Preisausschreibung anfügten, stammt von mir. :-) Hier nun die vollständige Pressemitteilung inklusive des Beispieltextes:

Die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. veranstaltet für das Jahr 2014 aus Anlaß des zweihundertsten Jubiläums des zweiten Bandes der Grimmschen Märchensammlung (auf dem Titelblatt steht zwar „1815“, erschienen ist der Band jedoch schon im Jahr zuvor) mit den wichtigen Beiträgen der „Zwehrener Märchenfrau“ Dorothea Viehmann ein großes Preisausschreiben.

Ein bekanntes oder weniger bekanntes Märchen soll dabei in die Kasseler Mundart übertragen werden, wobei der Einsatz des digitalen Wörterbuchs auf www.nordhessisch.de natürlich erlaubt ist. Die besten Beiträge werden prämiert und in einem Sammelband auch gedruckt. Einsendungen werden bis zum 1. Oktober 2014 erbeten an die Geschäftsstelle der Brüder Grimm-Gesellschaft im Brüder Grimm-Museum, Brüder Grimm-Platz 4, 34117 Kassel. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Vergnügen beim Lesen unseres Beispielmärchens "Sterntaler".

De Schdernedahler

Es war emoh en klemberkleines Mäderchen, dem woren Vadder un Modder geschdorwen, un äß wor so arm, das äß kinne Stitz mehr hodde emme dohdrinne ze wohnen un kinne Spanne mehr emme dohdrinne ze schlofen un derrletzte gar nix mehr als de Klehdahsche uffm Liewe un en Stecke Bleweknistchen inne Pohde, das emme en middleidiges Herz geschenked hodde. Äß war aber guhd un fromm. Un weil äß so vun aller Weld verlassen war gungk äß im Verdruen uffn liewen Godd nus uffs Feld. Doh draf äß uff en armen Kerle, un hä schbrooch „Ach, diesde meh wos ze schnawelieren gewen, ich honn so ´nen Gramfahmen.“ Doh reichde äß emme das ganse Stecke Brod un schbrooch: „Godd segnes däh.“ und gungk widder. Doh kom en Wanst das quärrte und schbrooch: „Es rasbelt mäh so an minnem Kobbe, schenk mäh was, das ich mäh emmeduhn kann.“ Doh dahd äß sinne Spitzbetzel ab un gabb se emme. Un als äß no allszus schnurschdracks widder gegangen war, kohm en Wanst un hodde kinn Libbchen emmegedahn und rasbelte. Doh gabb äß emme sinns: un noch widder, doh frogte en Wanst um en Klefdchen, das gabb äß au vun sich hinne. Derrletzt kimmete äß in enen Wald, un es war schon dunggel, doh kom en Wanst un frogte noh en Hemmed un das fromme Mäderchen simmelierte „es is dunggle Nachd, doh schelcht dä kinner, dä konnste ruhich dinn Hemmed weggewen“ und zoch das Hemmed ab und gab es au no hinne. Un wie äß so stand un gar nix mehr hodde, bludschden uff eimo die Schderne vom Himmel, un waren ludder blanke Dahler: un ob äß glei au sin Hemmed weg gegewen hodde, so hodde äß en neies emmegedahn un das war vum allerfinnsten Linnen. Doh sammelde äß de Dahler ninn un war richche vor sinn Lewedahch.

(c) Daniel Stein 2014