Linguistics

Richtig falsch geschrieben ist gut gedroht

Gut zu wissen...

Richtig falsch zu schreiben erfordert also ein beträchtliches Können und zudem eine Disziplin, die viele Autoren nicht aufbringen: Wer sich auf Rechtschreibfehler konzentriert, vernachlässigt oft die notwendigen Verstöße gegen die Grammatik und umgekehrt.

FAZ.NET Erpresserbriefe: Richtig falsches Deutsch zu schreiben ist sehr schwer

New article: HZSK repository in D-LIB

The September/October issue of D-LIB magazine contains an article written by Daniel Jettka and myself with the title "The HZSK Repository: Implementation, Features, and Use Cases of a Repository for Spoken Language Corpora". In this article we describe the process of the conception and implementation of the digital repository of the Hamburg Centre for Language Corpora (HZSK). It is based on the software framework Fedora, Islandora, and Drupal and is mainly used for the maintainence and distribution of spoken language data. Read more about it at D-LIB or visit the HZSK repository.

Fachwörter gesucht

In den letzten Tagen ist mir gleich zwei mal passiert, dass ich über Phänomen sprach oder zu recherchieren versuchte und zu dem mir weder ein Fachwort in den Sinn kam, noch dass ich bei Recherchen eines finden konnte. Ein unhaltbarer Zustand. Daher hatte ich ursprünglich vor, die Phänomene einerseits hier zu beschreiben und andererseits Wörter vorzuschlagen und ab nun selbst zu verwenden - bei der schier unglaublichen Reichweite dieses Blogs und meiner Artikel werde ich sicherlich einen wahnsinnigem Impact haben. (Aber vielleicht findet ja mal jemand diesen Beitrag, der es entweder besser weiß als ich oder der auf der Suche nach den entsprechenden Fachwörtern meine Ideen dazu gut findet ;-) Leider sind mir nicht mal gute Ideen gekommen. Es bleibt stattdessen also bei der Bestandsaufnahme... 1. Groß-Kleinschreibung inklusive Binnen-Majuskeln, Kapitälchen, Versalien und CamelCase

  • Versalisierung: Versalien sind nur Großbuchstaben
  • Majuskeln und Minuskeln: Nicht wirklich eleganter und praktischer als Groß- und Kleinschreibung
  • Heterographie: Für eine binäre Entscheidung ob etwas so oder so gemacht wird vielleicht gar nicht ungeeignet. Aber andererseits sind Groß- und Kleinbuchstaben nicht "so verschieden" und das Wort ist in der Linguistik auch schon belegt durch Wörter, die gleich klingen aber unterschiedlich geschrieben werden (Seite vs. Saite).
  • Kapitalisierung: Angelehnt an die Kapitälchen, passt also nicht so richtig und klingt dann auch noch nach Finanzwirtschaft.
  • Kasierung: Angelehnt an das Englische Fachwort das im Deutschen fehlt: "Letter Case". Dieses stammt übrigens laut Wikipedia nicht von Fall sondern von Fach, weil Setzer damals Groß und Kleinbuchstaben in unterschiedlichen Fächern aufbewahrten.

Schlicht: Mir fällt weder was rechtes ein, noch finde ich ein bereits geprägtes Wort. Am schönsten wäre, eine griechische Vorsilbe, die Größe im Sinne von Klein oder Groß ausdrückt + Graphie. Aber auch da finde ich nur Mikro und Makro, aber nichts, dass eine Qualität beschreibt, die beides sein kann. Mein Griechisch ist allerdings auch etwas eingerostet. 2. Ausschreiben oder Nichtausschreiben von Zahlen.

  • Numeralisierung: Beschreibt wohl das Ausschreiben von Zahlen. Ist insofern schon ganz gut. Aber wenn ich wissen möchte, ob in einem Text Zahlen ausgeschrieben sind oder nicht betrifft es nur den ersten Fall.

Edit vom 18.12.2014

Und noch eins: Kann man sich wirklich nicht über die (Un-)Geradheit von Zahlen austauschen ohne dieses Wortungeheuer verwenden zu müssen?

"Heldenepos und Bildungsroman"

Helmut Kiesel, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Uni Heidelberg hat den "Heldenepos und Bildungsroman" des "großen Diktators" gelesen und für die FAZ eine lesenswerte literarische Besprechung geschrieben.

„Mein Kampf“ bleibt verboten. Und Bayern will die vorbereitete kommentierte Ausgabe vielleicht doch noch unterbinden. Was fürchtet man? Und ist dieses Buch tatsächlich unfassbar schlecht geschrieben? Ein Lektüreversuch.

Eine Lektüre von „Mein Kampf“ - War Adolf Hitler ein guter Schriftsteller?

Über das sich (nicht) entblöden

Kilians Texttheater ist ein von mir sehr gerne gelesenes Blog zu vorwiegend linguistischen Themen. Da ich soeben durch dessen Lektüre gelernt habe, dass "sich entblöden" und "sich nicht entblöden" dasselbe bedeuten sehe ich das als gute Gelegenheit, mal auf die "kleinste Bühne der Blogosphäre" hinzuweisen.

Von Leuten, die sich entblöden bzw. nicht entblöden, der Sprache Vorschriften machen zu wollen

Lexikarmageddon

Die Welt berichtet im Artikel Heiligtum der Sprache - Das Wörterbuch kapituliert vor der digitalen Welt reichlich fatalistisch:

Auf der Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache wurde der "Zusammenbruch der deutschen Lexikografie" konstatiert. Das Wörterbuch kann in der digitalisierten Gegenwart nicht mehr bestehen.

Dass die Zukunft der gedruckten Wörterbücher weitgehend besiegelt ist, ist klar, denke ich. Letztlich sind Bücher ja auch ein denkbar ungeeignetes Medium für den zu präsentierenden Inhalt.

Nachruf auf Fillmore

Charles J. Fillmore, one of the world’s greatest linguists — ever — died last Thursday, February 13, at the age of 84 in San Francisco. He was the discoverer of frame semantics, who did the essential research on the nature of framing in thought and language.

George Lakoff: Charles Fillmore, Discoverer of Frame Semantics, Dies in SF at 84: He Figured Out How Framing Works

Diagrammer

Great overview!

What tools does a grammarian need? A brain helps, and so does a computer, but surely one of our most essential tools is some kind of diagramming system. How can we think about a sentence's structure, after all, without displaying it visually? Geographers have maps; mathematicians have equations; composers have musical notation; economists have graphs; and grammarians have trees.

It wasn't always so.

A Brief History of Diagramming Sentences

A Publication Reform is Needed

So true!

So why do people still publish books with the traditional commercial publishers, instead of just putting their works on their website, or making them available via sites like ResearchGate or Academia.edu? The reason is not that this would benefit the readers – the reason is that it benefits the authors. What authors primarily get from the publishers is prestige, and this is the most urgent thing they need.

A proposal for radical publication reform in linguistics: Language Science Press, and the next steps

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